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Über
10.000 Besucher erfreuten sich zwei Tage lang bei Kaiserwetter an Weltklasseleistungen
der internationalen Zehnkampf- und Siebenkampfstars. Weltrekordler Roman
Sebrle (CZE) gewann nach packendem Wettkampfverlauf mit zweitbester
Karriereleistung mit 8807 Punkten vor Tom Pappas (USA, 8585 - PB) und
dem Isländer Jon-Arnar Magnusson (8222).
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Sebrle
- Pappas - Magnusson - Schläfli - Ambrosch
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Nach
zwei heissen Arbeitstagen war der Jubel des Publikums bei der
Siegerehrung Lohn für harte Arbeit
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Mitten
in diesem Weltklassefeld landete Klaus Ambrosch mit seinem drittbesten
Zehnkampf am hervorragenden fünften Platz. Kleiner Wermutstropfen:
Mit 7980 Punkten fehlen genau 10 Punkte auf die B-Norm für die
Qualifikation zu den Weltmeisterschaften in Paris.
Markus Walser mußte die Hoffnungen auf das WM-Limit bereits
am ersten Tag nach dem Hochsprung begraben, kämpfte aber tapfer
weiter und wurde schließlich 15.
Auch für Thomas Tebbich lief nicht alles nach Wunsch. Er
beendete den Wettkampf nach dem Speerwurf um die Kräfte für
einen neuerlichen Limitversuch beim Europacup zu schonen.
Nach einem guten ersten Tag holte sich Roland Schwarzl beim Hürdenlaufen
eine Zerrung im Oberschenkel und mußte trotz Hoffnung auf eine
neue Bestleistung aufgeben.
Am
Limit knapp vorbei - trotzdem Jubel um Klaus Ambrosch
Zum sechsten Mal trat Klaus Ambrosch in Götzis an. Über 100m
begann er mit 11,03s sehr gut. Im Weitsprung hat das Training mit Freundin
Bianca Kappler geholfen - erstmals seit 2001 kam er ohne Zittern zu
einem Ergebnis über sieben Meter - exakt 7,23m. Es folgten solide
14,43m mit der Kugel. Im Hochsprung überquerte er wie in seinem
besten Zehnkampf 1,94m. Über 400m mußte er zwar am Ende den
Strapazen eines heißen Zehnkampftages ein bisschen Tribut zollen,
mit 50,04s gelang ihm aber eine gute Leistung. Mit 4040 Punkten nach
dem ersten Tag war er genau auf Kurs für das WM-Limit.
Der zweite Tag begann ausgezeichnet - 14,56s über 110m Hürden,
genau wie in seinem besten Zehnkampf. Doch dann folgte im Diskuswurf
ein Dämpfer für die Limithoffnungen - es blieb bei 38,34m.
Als Gleich darauf zwei ungültige Stabhochsprünge bei der Anfangshöhe
von 4,20m folgten, glaubte keiner der anwesenden Experten mehr auf die
Limitchance für Ambrosch. Mit Müh und Not schaffte er die
Höhe im dritten Versuch. Dasselbe Spielchen nochmals bei 4,40m.
Bei 4,50m - (Klaus: "Der erste 'Sprung'") klappte es endlich
besser. 4,60 im zweiten Versuch, 4,70 und Einstellung seiner Zehnkampfbestleistung
von 4,80m im dritten - mit Routine und Kampfgeist bringt Klaus sich
wieder zurück ins Rennen um das WM Limit. Das Publikum belohnt
seine Leistung - frenetisch wird versucht, ihn auch noch über 4,90m
zu klatschen. Beim dritten Sprung hielten alle den Atem an - Klaus landete
halb neben der Matte, stand aber sofort wieder auf und zeigte an, das
alles in Ordnung ist.
Wie im Vorjahr waren Roman Sebrle und Klaus Ambrosch im Speerwurf eine
Klasse für sich. Mit 68,29m warf der UNION-Salzburg-Athlet nur
knapp hinter dem Weltrekordler mit 68,29m die zweitbeste Marke des gesamten
Feldes. Damit hatte er sich eine realistische Ausgangsposition für
das Erreichen des WM-Limits geschafft. 4:36,30 waren über 1500m
notwendig. Klaus hängte sich an Sebrle und Moore an, die ein Höllentempo
vorlegten. In der letzten Runde verliessen in leider die Kräfte
- die hohen Außentemperaturen und 18(!)-Stabhochsprungversuche
forderten ihren Tribut - mit 4:37,78 fehlten schließlich ca. 1,5s
oder 10 Punkte aufs WM-Limit. Trotzdem hatte sich Klaus mit seinem Kampfgeist
den Respekt des Publikums erworben - bei der Siegerehrung wurde er frenetisch
bejubelt. Stolz auf seine Leistung, aber doch ein wenig enttäuscht
über das knappe Versäumen des Limits präsentierte sich
Klaus im Interview: "So ein Haufen Aufwand für 7980 Punkte
- die leichten Punkte hab ich verschenkt, dann hab ich mich quälen
müssen. Jetzt mach ich erst mal eine Woche Urlaub, dann Training
und ein paar Einzelwettkämpfe. Anfang Juli beim Europacup werde
ich das WM-Limit nochmal versuchen."
Höhen
und Tiefen bei Markus Walser
Der
Vorarlberger Lokalmatador begann mit starken 10,75s über 100m.
Auch der Weitsprung war mit 7,24m ausgezeichnet. 14,26m beim Kugelstoß
passten bestens in den Fahrplan. Doch dann blieb den heimischen Fans
der Atem stehen. 3 ungültige Versuche bei 1,85m im Hochsprung,
damit blieben nur 1,82m in der Wertung. Das war wohl schon der Abschied
von den WM-Limithoffnungen. Trotzdem lieferte Markus zum Abschluß
des ersten Tages mit 49,33s noch einen guten 400m Lauf und lag in der
Zwischenwertung mit 4022 Punkten knapp hinter Klaus Ambrosch an der
11. Stelle. Sein Kommentar nach dem ersten Tag: "Eine Bestleistung
geht sich auf jeden Fall noch aus, ich werde weiterkämpfen."
Der zweite Tag begann auch recht gut - 14,85s über 110m Hürden.
Im Diskuswurf ging einiges schief, schließlich rettete er sich
mit 38,22m noch einigermaßen über die Runden. Der Stabhochsprung
endete im Vorjahr mit einem Salto Nullo. Diese Blöße gab
sich Markus heuer nicht, mit 4,20m blieb er aber trotzdem ein Stück
unter seinen Möglichkeiten. Mit 59,43m im Speerwurf kam er wiederum
relativ knapp an seine Bestweite. Im abschließenden 1500m-Lauf
ging es nur noch darum, den Wettkampf fertig zu machen. Wenn es um was
geht, ist er sicher schneller als 5:00,77. Mit 7475 Punkten belegte
er schließlich den 15. Rang. Auch Markus Walser will beim Europacup
nochmals alles versuchen, um das WM-Limit zu knacken.
Aufwärtstrend bei Thomas Tebbich
Seit
der WM 1999 wird Thomas Tebbich immer wieder von neuen Verletzungen
geplagt. Diesesmal kugelte er sich vor wenigen Wochen die Schulter aus
und war daher noch nicht in Hochform. Mit 11,05s über 100m begann
der Wettkampf für ihn aber recht gut. 7,02m im Weitsprung war auch
nicht von schlechten Eltern. Bei 13,70m im Kugelstoß und vor allem
beim Hochsprung sah man ihm an, dass er noch mit der Form kämpft.
Mit 50,76s über 400m und 3907 Punkten beendete er den ersten Tag,
15,33s über 110m Hürden sind für seine Verhältnisse
ganz gut. Der Diskus landete bei 39,34m - diese Disziplin lag heute
keinem der Österreicher. 4,40m im Stabhoch sind für einen
Mann mit Bestleistung 5,00m normalerweise natürlich nicht zufriedenstellend,
ob seiner gerade ausgeheilten Schulterverletzung trotzdem erfreulich.
Nach 57,04m im Speerwurf trat er nicht mehr zum 1500m lauf an und sparte
Kräfte für den nächsten Wettkampf. Es war zu sehen, dass
Thomas Tebbich weiterhin das Potential für mehr als 8000 Punkte
hat. Beim Europacup in Brixen wird er sicher wieder sein Bestes geben,
schließlich hatte er ja auch maßgeblichen Anteil am Aufstieg
des österreichischen Zehnkampf-Nationalteams in die Superliga.
Pech
für Roland Schwarzl
Nach
guten 11,25s über 100m liess Roland Schwarzl die Zuschauer zittern
- zwei ungültige Versuche im Weitsprung. Roland blieb nervenstark
- und setzte den dritten Versuch millimetergenau auf den Balken. Der
Kampfrichter schaute genau und fand schließlich zur Erleichterung
der Fans keinen Abdruck im Plastillin - gültig und sehr gute 7,41m.
Es folgten gute 14,17m im Kugelstoß. Im Hochsprung läufts
seit einer Bänderverletzung vor zwei Jahren leider nicht mehr rund
- auch diesmal war bei 1,85m Schluß. Die 400m brachten nicht ganz
die erhofften Punkte, auf den letzten 20 Metern verliessen ihn die Kräfte.
50,89s sind dennoch kein Beinbruch. Nach dem ersten Tag mit 3902 Punkten
um 77 Punkte hinter seiner Ersttags-Bestmarke, blieb Roland trotzdem
optimistisch: "Ich hab genug Potential am zweiten Tag, ich bin
mir sicher, dass ich Bestleistung mache." Doch leider kam es anders.
Über 110m Hürden griff er sich bereits nach dem zweiten Hindernis
an den Oberschenkel und mußte den Lauf abbrechen. Erste Diagnose:
Oberschenkelzerrung, an der selben Stelle wie vor einem Monat, allerdings
nicht ganz so schlimm. Eine genauere Untersuchung gibt es am Montag
in Innsbruck. Doch Roland hatte seinen Humor schnell wieder gefunden:
"Ich hab mich sehr gut gefühlt. Ich war so schnell über
die erste Hürde wie Weltmeister Allen Johnsen, das hat mein Oberschenkel
anscheinend nicht ausgehalten." Der Europacupstart in fünf
Wochen ist jedenfalls fraglich. UNION-Salzburg-Obmann Ernst Grössinger:
"Jetzt heißt es einmal Ruhe bewahren und die Verletzung ausheilen
lassen. Eine schwerere Verletzung zu riskieren bringt nichts, der Bursche
ist noch jung und hat so viel Potential, seine Zeit kommt schon noch."
Thomas
Walser noch nicht fit
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Nur
als Zuschauer und Betreuer seines Bruders dabei war heuer Thomas
Walser. Er kämpft nach wie vor mit einer Sehnenverletzung
am Fuß. "Ich weiß noch nicht, ob es sich bis
zum Europacup ausgeht."
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| Die
Ergebnisse der Österreicher (Gesamtergebnis
auf der Meeting-Homepage) |
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Gesamt
|
100m
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Weit
|
Kugel
|
Hoch
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400m
|
110m
Hürden
|
Diskus
|
Stab
|
Speer
|
1500m
|
| 5.
Klaus Ambrosch |
7980
|
11,03
|
7,23
|
14,43
|
1,94
|
50,04
|
14,56
|
38,34
|
4,80
|
68,29
|
4:37,78
|
| 15.
Markus Walser |
7475
|
10,75
|
7,24
|
14,26
|
1,82
|
49,33
|
14,85
|
38,22
|
4,20
|
59,43
|
5:00,17
|
| Thomas
Tebbich |
dnf
|
11,05
|
7,02
|
13,70
|
1,94
|
50,76
|
15,33
|
39,34
|
4,40
|
57,04
|
dns
|
| Roland
Schwarzl |
dnf
|
11,25
|
7,41
|
14,17
|
1,85
|
50,89
|
verletzt
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Solo
für Karolina Klüft
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Mit
neuer persönlicher Bestleistung von 6602 Punkten gewann die
Schwedin Karolina Klüft (links beim 200m-Lauf) den Siebenkampf
der Frauen vor Ausra Skuyte (Litauen, 6213) und der Deutschen
Sonja Kesselschläger (6175). Österreicherin war keine
am Start.
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Ausnahmsweise:
Ein Lob dem ORF
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Dass
man Leichtathletik auch spannend und mit Sachkenntnis übertragen
kann, bewies Robert Seeger. Der ORF übertrug 12h in TW 1
sowie am Samstag und Sonntag in mehreren längeren Zusammenfassungen
in ORF 1. Alle Leichtathletikfreunde freuen sich auf weitere gute
Zusammenarbeit.
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Links:
Meeting-Götzis
Klaus
Ambrosch
Markus und Thomas
Walser
Roland Schwarzl
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